Die Angriffe auf das deutsche Stromnetz, stellen uns vor neue Herausforderungen
Von: Philipp Gräser

Am 01. September 2026 ereigneten sich zwei Sabotageangriffe auf Stromleitungen bei zwei Umspannwerken in Jänschwalde (Brandenburg) und Bergheim (Nordrhein-Westfalen), die unser Stromnetz jetzt vor neue Herausforderungen stellen.

Was ist passiert?

Sowohl in Brandenburg als auch in NRW deutet gerade alles darauf hin, dass mit Hilfe von Raketen ein Drahtseil oder Draht über die Freileitungen geschossen wurde. Da die Leiterseile an Freileitungen in den hohen Spannungsebenen nicht isoliert sind, kann der Draht sofort eine elektrisch leitende Verbindung zwischen Erde und Leiterseil oder zwischen Leiterseilen herstellen. Der daraus entstehende Kurzschluss führt innerhalb kürzester Zeit zu einer Abschaltung der betroffenen Leitungen.

Warum ist es schwer, das zu verhindern?

Die Freileitung der Hoch- und Höchstspannung in Deutschland erstrecken sich über 130.000 km und sind somit fast 10x länger als die Autobahn. Die Sabotageakte zeigen, wie leicht es ist diese Freileitungen zu stören und die Länge des Netzes zeigt, wie viele Angriffsmöglichkeiten es gibt und dass ein Schutz der Freileitungen nahezu unmöglich ist

Was können wir tun?

Wir können die Angriffe nur schwer verhindern, aber wir können dafür sorgen, dass einzelne Ausfälle aufgefangen werden können. Diese Strategie wird n-1-Sicherheit genannt und wird im Stromnetz grundsätzlich verfolgt. Nichtsdestotrotz ist gerade das Stromnetz eine sehr vulnerable Stelle in der Energieversorgung, da durch die Energiewende eine große Nachfrage nach elektrischen Anlagen besteht und der Netzbau bereits jetzt an seine Grenzen stößt und dem Zubau kaum hinterherkommt. Um möglichst robust gegen solche Angriffe reagieren zu können, ist der weitere Ausbau des Stromnetzes sowie die Stärkung des europäischen Verbundnetzes von großer Bedeutung.

Schlagwörter: Sicherheit | Stromnetz